Produktionen

„Vorstellungen von Ravensbrück“

Theater-Feature© zum ehemaligen Frauenkonzentrationslager in Fürstenberg / Havel

Premiere: 10. Dezember 2005 im JugendKulturZentrum Pumpe Berlin

Spielbereit: bis Januar 2009. Wiederaufnahme in Planung.

Produktion:
Projektgruppe "Frauen / Stimmen"
Regie / Dramaturgie:
Anne Zühlke und Stephan Weßeling
Wissenschaftliche Beratung:
Prof. Dr. Gerd Koch, ASFH; Dr. Kathrin Meß, Historikerin
Bühne- u. Kostümbild:
Projektgruppe "Frauen / Stimmen"
Spiel:
Carolin Wildt - Larissa Zeigerer - Andrea Kruse - Sandra Fröde - Marion Kruse - Stefanie Kaluza - Anja Schildner - Luise Krebs - Tabea Fuß – Laura Gärtner – Tabea Colbow – Martina Dengler

Zum Stück

Das theaterpädagogische Projekt geht zurück auf eine Initiative von elf jungen Frauen (16-30 Jahre) aus Berlin. Jeweils sechs von ihnen liehen den weiblichen Opfern von Ravensbrück ihre Stimme.

Dabei wurden die „Ravensbrückerinnen“ allerdings nicht nur als bedauernswerte Geschöpfe präsentiert, sondern als Menschen mit internationaler Herkunft, Lebenszusammenhängen, Gesichtern und Namen. Andere inhaltliche Aspekte sind die Täterinnen, die medizinischen Versuche, der alltägliche Überlebenskampf der Frauen und der Kinder, der Umgang unter den Häftlingen selbst. Ganz wichtig ist den Sprecherinnen, dass ihre eigenen Erfahrungen und Eindrücke, die sie in den vergangenen Monaten gesammelt haben, ihre persönlichen Sichtweisen auf den heutigen Zustand des Geländes, die historischen Ereignisse, sowie die gegenwärtige Praxis von Gedenken/ Erinnern in die Veranstaltungen einfließen können. So möchten sie auch einen persönlichen Beitrag zur Menschenrechtsbildung leisten.

Die Veranstaltung besteht aus einer eigenwilligen, subjektiv gefärbten Mischung aus chorischem Sprechen, Spiel und moderiertem Publikumsgespräch. Wir kamen für diese Form auf den Begriff des Theater-Feautres. Es ist als Angebot zu einer lebhaften Kommunikation und als Anregung zu einer weitergehenden Beschäftigung mit der Thematik zu verstehen.

Die Sprecherinnen wollen nicht nur auf der Bühne stehen, sondern
anschließend eine Gesprächs- und Diskussionsrunde mitgestalten.
Jede Sprecherin hat sich während des Probenprozesses mit einem
zusätzlichen Aspekt in Bezug auf die Rezeption der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück besonders intensiv befasst. Die Komplexität der Thematik, um die ging, führte manchmal zu resignativen Reaktionen. Durch die Verteilung des Gegenstandes auf verschiedene Schultern, konnte die Gruppe besser mit ihren eigenen Ansprüchen und der gesamten Problematik umgehen. Im Laufe der Proben und durch die eigenen Recherchen konnte so ein individuelles Wissen aus den jeweiligen Neigungen der Sprecherinnen heraus gewonnen werden. Über diese Kombination aus emotional-affektiver und intellektuell-kritischer Herangehensweise möchten die jungen Frauen sprechen. Und natürlich möchten sie auf viele andere Fragen, die nach der Lesung hoffentlich auftauchen, in direkter Kommunikation mit dem jeweiligen Publikum eingehen.

Wir wollen die Gegenwärtigkeit von Geschichte mit den Mitteln des Theaters einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machen, um auf diesem Weg etwas für die Menschenrechtsbildung in der Gegenwart beizutragen und für die Stärkung der demokratischen Kräfte in unserem Land einzutreten. Dazu ist es nach unserer Überzeugung notwendig, andere Formen und Wege der Geschichtsbetrachtung zu erforschen und auszuprobieren.

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