Theater

Das Theater-Feature

Seit 2005 entwickelten Anne Zühlke und Stephan Weßeling dieses eigenständige Format dokumentarisch-publizistischen Theaters für Jugendliche und Erwachsene. Bis heute sind 10 Produktionen entstanden, an denen rund 60 Jugendliche und Erwachsene teilgenommen haben.

Die Projekte wurden von verschiedener Seite stark nachgefragt und brauchten seit Mitte 2009 eine bessere finanzielle Förderung und logistische Unterstützung. Auch diese Entwicklung, mit der anfangs nicht zu rechnen war, bildete eine starke Motiviation zur Gründung des Daktylus e.V., der mittlerweile mehrere Projekte diese Art ermöglicht und begleitet hat.

Was ist ein Theater-Feature?
Es handelt sich um eine Verknüpfung dramaturgischer und aktustischer Elemente des Radio-Features mit visuellen und handlungsorientierten Mitteln des Theaters. Es besteht aus zwei gleichwertigen Teilen: Bühnenpräsentation und
Publikumsdebatte. Die journalistischen, künstlerischen und sozialen Funktionen greifen hier untrennbar ineinander.

Das englische Verb „feature“ bedeutet ganz allgemein charakteristisches Merkmal, Gesichtszug oder Aussehen. Es nahm im Laufe der Radio- und Filmgeschichte die Bedeutung von „darstellen“ und „gestalten“ an. Und so passt es ausgezeichnet zu unserer konkreten Arbeit. Features sind Präsentationen, die eine Verbindung von solider journalistischer Recherche und dramaturgischer Gestaltung darstellen. Im Radio haben wir zahlreiche akustische Gestaltungsmittel zur Verfügung: eine große Vielfalt sprachlichen Ausdrucks, Originaltöne, Geräuschaufnahmen, Tondokumente, literarische Zitate, historische Quellentexte, Musik, lautliche und klanglich erzeugte Atmosphären. Mit technischer Kunstfertigkeit, akustischer Fantasie und einem klaren dramaturgischen Konzept wird mit journalistischer Leidenschaft, politischer und sozialkritischer Angriffslust versucht, Wirklichkeit abzubilden.

Beim Theater-Feature kommen visuelle, szenische, performative und handlungsorientierte Mittel hinzu: auf einer Spielfläche sichtbare Figuren und/oder Zeitzeugen, Fachleute zu bestimmten Fragen, choreografische Elemente, chorisches Sprechen, persönliche Texte der Auftretenden, ein sparsames Bühnen- und Kostümbild, sowie foto- und videografische Mittel.


Seit Januar 2013 liegt eine erste Publikation zum Theater-Feature vor, die sowohl eine theoretische Auseinandersetzung bietet, sich jedoch auch als Handreichung zum Selbermachen eignet:

Jens Lassak:
Das Theater-Feature -
Analyse einer neuen Form der kritischen Auseinandersetzung mit politisch-historischen Bildungsinhalten.

Erschienen im Schibri-Verlag Berlin
Preis: 8, 90 €uro

Team eines Theater-Features von 2013

Team eines Theater-Features von 2013

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